Online-Journalismus mit Print-Mentalität

Es ist einer von diesen Entweder ich bin verrückt oder du!-Fällen:

 

Zur Verortung: Journalist William Keck (TV Guide Magazin) kündigt freitags via Twitter an, dass er Montag was zu berichten hat, Neuigkeiten veröffentlichen will.

Bei allem Verständnis für die Arbeit, die nach der Recherche noch in der Veröffentlichung einer Meldung steckt, für Arbeitsstrukturen in einem Geschäft, in dem fast alle Neuigkeiten zu den üblichen Geschäftszeiten bekannt gegeben werden, für das Konzept des Wochenende selbst im Newsgeschäft – wie kann so jemand erwarten, dass sich seine Leser davon nicht vor den Kopf gestoßen fühlen? Von diesem „Hey hört her und aufgepasst, es gibt Neuigkeiten, aber ich mach jetzt erstma‘ Wochenende“ (oder vielleicht auch „Die Bürokratie in meiner News-Firma erlauben keine zügigere Veröffentlichung“.)

Mal ganz abgesehen davon, dass man daran auch ein bisschen sehen kann, wie der Journalismus in der Entertainment-Branche doch (noch) abläuft: William Keck ist der Meinung, dass seine Neuigkeiten über das Wochenende niemand anderes bringen können wird. Im Zeitalter von Twitter sollte man ja als Journalist doch bedenken, dass da vielleicht einer der Betroffenen sich vielleicht selbst an seine Fans wendet. Oder einer der Konkurrenten einen entsprechenden Tipp erhält.

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